Aus welchen Teilen besteht eine erzgebirgische Pyramide und wie wird sie zusammengebaut
- Die Herstellung unserer eigenen Pyramiden
Willkommen zu unserem ersten Teil unserer großen Holzkunst Blog Serie! In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die wichtigen Bestandteile des Grundgestells einer Pyramide – dazu gehören kleinstteile, welche man normalerweise nicht beachten, aber essenziell zum drehen der Pyramide sind.
Wir erklären welche Teile zusammengehören und wie sie die sanfte Drehbewegung ermöglichen. Für genaue Herstellungsdetails kommt nochmal ein separater Artikel zu CNC, Laser, Drechseln und Schnitzen.
Ein kurzer Überblick: Der Aufbau des Grundgestells
Dies ist der Schnelldurchlauf, um alle 11 Teile des Grundgestells zu sehen. Unsere handgefertigten Pyramiden aus dem Erzgebirge faszinieren durch ihre zarte Drehbewegung und den filigranen Aufbau. Das Grundgestell bildet das unsichtbare Herzstück – präzise gearbeitet aus Holz und Metall. Von unten nach oben erklärt:
1. Die Basis: Kleine rechteckige Holzstücke
Ganz unten bilden (1) kleine rechteckige Holzstücke das stabile Fundament. Auf diesen ist die (2) Grundplatte der Pyramide fest verleimt und sorgt für den sicheren Stand des gesamten Gestells.
2. Grundplatte
Die (2) Grundplatte bildet die tragende Fläche für alle oberen Bauteile.
3. Teelicht-Halter: Holztüllen mit Messingtüllen
Auf der Grundplatte sitzen (3) Holztüllen, in die präzise Messingtüllen verklebt werden. Diese nehmen später das Teelicht auf und lassen die Pyramide im warmen Kerzenschein erstrahlen.
4. Das Gerüst: Dunkelbraune Holzarme
Direkt auf der Grundplatte sind die (4) dunkelbraunen Holzarme verklebt. Sie laufen aufeinander zu und halten den zentralen (8) Metallhalter für die (9) Metallnadel.
5. Die Drehmechanik: Metalllager
Damit sich die Pyramide dreht, sitzt unten im Gestell das (5) Metalllager. Hier hinein läuft die feine (6) Metallnadel des oberen Tellers für reibungslose Rotation.
6. Metallspitze
Die feine (6) Metallspitze verbindet den oberen (7)Drehteller mit dem Lager.
7. Pyramidenteller (Drehteller)
Oben kommt der (7) Pyramidenteller für die beweglichen Figuren. Hierauf wird ein filigraner Spanbaum oder die detailreiche Seiffener Kirche montiert. In dessen Spitze mündet die (9) Metallnadel.
8. Metallhalter für die Nadel
Zentral halten die Holzarme den (8) Metallhalter für die Drehnadel.
9. Die Metallnadel
Die (9) Metallnadel sorgt für reibungslose Rotation zwischen den Antrieb vom Flügelrad durch warme Luft und dem (8)Drehteller.
10. Verdeckender Stern
Der (10) Stern überdeckt dekorativ die Enden der Arme und den Metallhalter.
11. Das Flügelrad
Damit sich die Pyramide durch Teelichter dreht, benötigt man noch das (11) Flügelrad. Es besteht aus der Nabe und den Flügeln selbst und wird auf die Metallnadel gesteckt.
Das waren die Bauteile des reinen Pyramiden-Grundgestells.
Natürlich fehlen noch die Figuren bzw. das Motiv (Spanbaum, Seiffener Kirche...).
Schritt 1: Metalllager + Grundplatte verbinden
Erster Schritt: Das Metalllager wird mit der Grundplatte zusammengefügt. Dies bildet das Herz der Drehmechanik. Dazu benutzen wir einen Gummihammer bis das Lager lückenlos im Loch steckt.
Was unser Lager besonders macht:
Da unser Metalllager aus robustem Metall gefertigt ist, hält es besonders lange. So haben Sie viele Jahre Spaß an unseren Pyramiden! Die meisten Hersteller verwenden Glaslager, da sie günstiger in der Produktion sind. Nachteil davon ist aber, dass sie deutlich schneller verschleißen, wodurch die Pyramide nicht mehr dreht. Deshalb setzen wir bei unseren Pyramiden konsequent auf Metalllager für jahrelange Zuverlässigkeit.
Zweiter Schritt kleben der Grundgestelle
Der Zweite Schritt besteht darin die Gestelle zu kleben, dafür benutzt man üblicherweise Lehren, welche so angepasst sind, das man die Teile nur noch reinlegen muss. Dazu legen wir die kleinen Holzrechtecke in die Lehre, machen etwas kleber darauf und dan kommt die Grundplatte, während das Trocknet, können wir auch schon die Holztüllen mit den Messingtüllen auf die kleinen Holz rechtecke Kleben. Das lassen wir dann alles Trockenen bis der Leim fest ist. Im optimal fall hat man natürlich mehrere von diesen Lehren damit man Parallel Arbeiten kann. Die ganzen Schritte sind natürlich echte Handarbeit, welche das Erzgebirgische Holzkunst auch mit ausmacht. Bei diesen Schritten, schaut man auch immernoch nach Ausschuss Stücken, also Einzelteile, welche nicht so schön aussehen und aussortiert werden.
Nächster Schritt: Kirche & Pyramidenarme montieren
Die Grundplatte ist fertig! Auf dem Bild rechts sehen wir, dass die Seiffener Kirche noch als Einzelteile vorliegt und die Pyramidenarme noch nicht montiert sind. Deshalb kleben wir als Nächstes die Kirche zusammen – mit einer speziellen Lehre, in der alles eingelegt wird. So sitzt das Kirchdach perfekt gerade auf dem Grundkörper und kann exakt angeleimt werden. Wie bei der echten Seiffener Kirche kommen dann noch die Vorhäuser am Grundkörper festgeleimt drauf.
Die fertige Kirche wird anschließend auf den runden Drehteller geklebt: Von unten steckt man die Nadelspitze durch den Teller und fixiert alles mit etwas Leim. Von oben klebt man die Metallnadel in die Kirchturm spitze, damit sich die Pyramide später auch drehen kann. Für saubere Drehung kleben wir die Pyramidenarme in die Grundplatte und montieren zwischen ihnen einen kleinen Metallhalter, durch den die Kirchen-Nadel gesteckt wird. Damit der Halter unsichtbar bleibt, kleben wir beidseits dekorative Holzsterne darüber. Abschließend fettet man das untere Lager leicht und das komplette Gestell mit Seiffener Kirche ist fertig!
Flügelräder kleben
Bevor die Pyramide komplett bestückt wird, kümmern wir uns um das Flügelrad. Dafür werden die einzelnen Flügel sorgfältig mit Leim in die Nabe geklebt, sodass ein sauberes und stabiles Flügelrad entsteht. Ist der Leim getrocknet, kann das fertige Flügelrad auf die Pyramidennadel gesteckt werden. So kann sich die Pyramide später durch die aufsteigende Wärme der Teelichter sanft drehen.
Letzter Schritt: Die Pyramide komplett bestücken
Jetzt kommt der finale Schritt: Die Pyramide bestücken! Für eine richtige erzgebirgische Pyramide fehlen natürlich noch die Figuren, die wir von spezialisierten Herstellern einkaufen und sorgfältig auf unser Gestell leimen. In diesem Fall montieren wir Kurrende-Figuren und zwei Ringelbäume.
Zum Abschluss wird das zuvor geklebte Flügelrad auf die Metallnadel aufgesteckt – damit ist der Antrieb komplett.
Fertig! Ein Teelicht hinein, und die Magie beginnt – die aufsteigende Wärme setzt das Flügelrad in Bewegung und die Pyramide dreht sich jahrelang geschmeidig.